Räuchern mit Alpenweihrauch

Heute stelle ich euch wieder eine weihnachtliche Pflanze vor, ein klassisches Immergrün, das jeder kennt: die Fichte. Österreich ist ja Dank vorherrschender Fichten Monokultur nicht arm an Fichten, auch wenn diese Bäume nicht mehr viel mit den freilebenden majestätischen Fichten gemeinsam haben.
Dabei war die Fichte einst ein heiliger Baum, die "Irminsäule" war eine Fichte und das Baum Heiligtum der Germanen, später hat sich der Maibaum daraus entwickelt und auch unser Weihnachtsbaum ist wohl auf diesen Baumkult zurück zu führen.

Da schnell wachsend und immergrün, wurde sie auch als Symbol der Hoffnung auf Friedhöfen gepflanzt. Ihr schnelles Wachstum ist auch der Grund warum wir heute vor lauter Fichtenwald fast keine anderen Bäume mehr sehen. Schön wirtschaftlich aber fatal für die Natur. In den 30er Jahren gab es dazu schon den Spruch "Wo der Förster hat gefichtet, ist der Wald vernichtet." In der Volksheilkunde spielt sie bis heute eine große Rolle bei Erkältungskrankheiten und auch die Pechsalbe, die aus ihrem Harz zubereitet wird, ist bis heute im Alpenraum präsent.

Zur Weihnachtszeit lässt sich ganz besonders schön mit Fichtennadeln, Fichtenholz und Fichtenharz räuchern. Das haben auch unsere Ahnen schon getan, den exotische Räuchermittel wie z.B. Weihrauch waren teuer und so bediente man sich dem Alpenweihrauch der vor der Haustüre wuchs. Übrigens wurde auch schon in der Antike gepanscht und Fichtenharz zu Weihrauch gemischt um diesen zu strecken.



Fichtenharz könnt ihr auch um diese Jahreszeit ernten. Man nimmt dabei nur jene Teile, die sich mit den Fingern leicht vom Baum lösen, innen rosig und schon schön hart sind und kaum mehr kleben. Da das Harz dem Baum als Wundverschluss dient, würdet ihr ihn ansonsten erneut verletzen und zu weiches Harz lässt sich auch nicht gut Verräuchern.

Sofern euer Adventkranz oder Weihnachtsbaum ungespritzt sind, könnt ihr euch für Nadeln und Gehölz gleich dort bedienen.

Nadeln und  Holz verströhmen einen waldig-frischen Duft, das Harz eher einen süßlich-harzigen Duft.
 
Die Räucherung mit Teilen der Fichte vermittelt ein Gefühl von Schutz und Geborgenheit.
Sie reinigt, vor allem bei dunkler Stimmung oder nach Krankheiten. Sie öffnet die Atemwege, den Brustraum und unsere Herzen. Sie lässt alte Wunden heilen.


 

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