Do kummt die Sunn!

Do kummt die Sunn ☀️ So heute Nacht ist es endlich wieder so weit, die Sonne kehrt zurück und der Sommer steht quasi schon vor der Tür. Gut, die Sonne war nie weg und auch wenn's gerade frühlingshaft warm ist, dauert es doch noch ein Weilchen.




Aber heute Nacht, ist die längste Nacht des Jahres, genaugenommen am 22. um 5.19h erreicht die Sonne heuer ihren Tiefststand und ab dann geht's wieder steil bergauf.

So wie wir uns heutzutage im Winter auch auf Sommer, Sonne, Sonnenschein freuen haben das unsere Ahnen auch getan, aber nicht weil sie sich auf kurze Röcke, Strandurlaub und Grillparty gefreut haben, sondern weil das zunehmende Licht Hoffnungsträger für bessere Zeiten war. Die Winter waren früher ohne Supermarkt, Zentralheizung und heißer Badewanne rauh und kalt. Verhungern oder erfrieren keine Seltenheit. Sonne wärmt und spendet Leben und daher wurde sie kultisch verehrt. In jeder Kultur gab es einen Sonnengott (die Sonne wurde meistens als männlich betrachtet, wir sind eher die Ausnahme mit "die Sonne' und "der Mond") der verehrt wurde.
Man hat Feuer entzündet und Rituale vollzogen und ein großes Fest mit dem was man zur Verfügung hatte gefeiert.

Sonnengott haben wir heute keinen mehr, dafür hat uns die Kirche das Christkind vorgesetzt. Das kommt aber mit ein paar Tagen Verspätung. Das liegt daran, dass zur Zeit der Einführung des Julianischen Kalenders die Sonnenwende tatsächlich auf den 25. Dezember fiel, auch wenn unser regionales Christkindl heute schon zu Sonnenuntergang am 24. kommt.

Daher hat auch der Vorgänger vom Christkindl im Römerreich, der Sonnengott Mithras am 25. Geburtstag gehabt. Zufälle gibt's! Er hat übrigens auch 12 Kumpels gehabt, das waren bei ihm aber die Tierkreiszeichen bzw. Monate.

Und um die dreht sich auch alles rund um die Sonnwende. Denn da starten die 12 Rauhnächte (für die kommenden Monate) und weniger bekannt werden die Tage davor die 12 Sperrnächte (für die vergangenen Monate) genannt.
In der zappendustersten Nacht, in der früheren Mitte des Winters "midwinter" (was sich für mich auch viel stimmiger anfühlt als der heutige offizielle Beginn des Winters) und in den Tagen rundherum wurde Altes verabschiedet, orakelt und Innenschau gehalten, was ohne äußere Einflüsse in der Stille und Dunkelheit viel leichter gelingt als an anderen Tagen im Jahr.

Drum lasset die Rauhnächte beginnen!
Ich hoffe ihr findet trotz modernem weihnachtlichen Getreibe und Kunstlicht eure stillen und dunklen Momente. Ich helfe euch heuer ein bisschen dabei, zum Sonnenuntergang starte ich heute in meiner Instagram Story mein Rauhnachtstagebuch für euch!