Christbaum, was machst du bei uns im Wohnzimmer?

Hast du dir die Frage auch schon mal gestellt, warum wir uns an Weihnachten eigentlich einen Baum ins Wohnzimmer holen?




Wie so oft, führt die Spur in die vorchristliche Zeit. Für unsere Ahnen waren immergrüne Pflanzen Symbole der Hoffnung, der Fruchtbarkeit, Lebenskraft und für ewiges Leben. Vor allem die Wintersonnenwende, wo man die Wiedergeburt der Sonne feierte, wurde von vielen dieser immergrünen Pflanzen wie Nadelbäume, Stechpalme, Mistel oder Efeu begleitet. Man nahm Zweige, sogenannte "Wintermaien" mit rein in die warme Stube um so die Hoffnung auf den Frühling und neues Leben zu nähten. Stacheliges sollte auch Geister und Dämonen fernhalten, da diese sich darin verfangen würden. Es war damals bestimmt nicht üblich ganze Bäume zu fällen, da diese von den Heiden verehrt wurden und die Wälder heilige Stätten waren. Um den Heiden ihren Glauben auszutreiben gibt es mehrere Geschichten, die davon zeugen, dass Adel und Klerus besonders verehrte Bäume einfach grausam schlägern ließen.

Stellt euch mal vor, wie stark sich die ursprüngliche Naturspiritualität der Heiden über viele Jahrhunderte, trotz aller Verbote, Strafen und Folter bis in unsere heutige Zeit erhalten konnte! Zwar wurden viele Bräuche bis zur Unkenntlichkeit christianisiert aber dennoch muss der Glaube so stark gewesen sein, dass diese Zugeständnisse einfach nötig waren.

Ersten Quellen zufolge ist dann der erste Weihnachtsbaum im 15. oder 16. Jhd. im Elsass aufgetaucht, scheinbar zuerst als Zunftbaum, der mit Früchten, Lebkuchen und Nüssen behangen wurde, ging der Brauch dann schnell auf Adel und reichere Familien über, das war wahrscheinlich so, wie man heute dicke Autos in der Garage stehen hat. Wer sich einen Baum leisten kann, muss sich keine Zweige ins Haus holen. Pah! Aber egal, denn da war er wieder der Baumkult, wenn auch nicht im ursprünglichen Sinn. Der neue, alte Brauch hat sich so schnell verbreitet, dass ab dem 19. Jhd. Tannen und Fichtenwälder angelegt wurden, um die hohe Nachfrage auch beim einfachen Volk zu decken bevor diese eigenmächtig (die damals nicht gerade üppigen Wälder) abzuholzen begannen.
Hinzu kam, dass man begann den Baum mit Glaskugeln (in Anlehnung an die Früchte) und Lichter, als Symbol für das zunehmende Sonnenlicht, zu schmücken.
 

Auch in Amerika fand man Gefallen an dem europäischen Brauch, den Einwanderer mitbrachten und im Jahre 1891 wurde erstmals ein Weihnachtsbaum im Weißen Haus aufgestellt. Die katholische Kirche hat sich lange gegen die neue Baumverehrung gewehrt, der erste Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz in Rom wurde gar erst im Jahr 1982 aufgestellt.

Ich selber kaufe keinen Weihnachtsbaum und mir reichen grüne Zweige im Haus. Ich verrate euch aber jetzt meinen Trick wenn ich an der Reihe bin mit Feier ausrichten und sich meine (Christbaum liebende) Familie am 25. ankündigt. Ich setze mich in der Früh ins Auto und fahre ein paar Siedlungen ab. Meistens bin ich nach 15 Minuten wieder daheim und hab einen wunderschönen Baum dabei. Denn irgendjemand ist bestimmt schon auf dem Weg in den Urlaub und hat vorher noch seinen Baum entsorgt. Einmal war er sogar noch Original verpackt mit Preisschild dran. Wir hatten viel Spaß dabei uns zu überlegen warum der arme Teufel nicht zum Einsatz gekommen ist… was denkt ihr könnte der Grund gewesen sein?
Scheidung, Weihnachten verschlafen, plötzliche Nadel Allergie?