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Es werden Posts vom Juni, 2019 angezeigt.

Himmlischer Nuss Likör

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Möchte man die Urspünge des Nuss Liköres erkunden, scheinen diese mindestens so sagenumwoben zu sein, wie die Zutaten der "richtigen" Rezeptur. Meine Recherche führt mich nach Italien, wo der Nuss Likör, genauso wie hierzulande, bis heute ein Hit als Digestif ist. In Norditalien wurde seit dem 15. Jahrhundert ein Walnuss Likör von kräuterkundigen Nonnen im Kloster hergestellt. Heute in Italien als "Nocino" bekannt war sein urspünglicher Name "Ratafia" das sich aus "ratio fieri" ableitet und bei Vertragsabschlüssen ein Abkommen bestätigte. Zur Feier des Tages und zur endgültigen Vertragsbesiegelung wurde ein aromatischer Obst Likör eingenommen. Na dann Stößchen! Laut archäologischen Funden wurde die Walnuss schon in der Steinzeit in Mitteleuropa genutzt, allerdings wurde der Walnussbaum später durch Kaltzeiten Richtung Süden verdrängt. Die Griechen, so heißt es in Plinius´"Naturalis historia" aus dem 1. Jahrhundert,

Juckreiz Stiller Stick

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Wenns dich trotz meinem "Zecken & Gösn Garaus Öl" aus meinem letzten Blogpost doch erwischt und ein Insektenstich juckt und brennt, ist in der Natur natürlich auch dafür ein Kräutlein gewachsen, und das sogar saisonal zur Insekten Primetime. Drei dieser wunderbaren Kräutlein habe ich in meinen "Juckreiz Stiller Stick" verarbeitet um den es in diesem Blogpost geht. Zu den juckreizstillenden und entzündungshemmenden Pflanzen zählen z.B. Spitzwegerich, Lavendel, Linde, Gänseblümchen und die Malve. Ich greife am Liebsten auf Kräuter zurück, die bei mir rund ums Haus wachsen und die mich bei meinem Vorhaben "anspringen". Soll heißen: ich drehe eine Runde im Garten und wer am lautesten schreit kommt mit in die Küche. Die Lautesten waren dabei diese drei Kandidaten: Spitzwegerich (Plantago lancelota) im Volksmund auch "Wiesenpflaster" genannt, da dieser frisch (zwischen den Fingern etwas angerieben) direkt auf der Haut

Zecken und Gösn Garaus

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Sommerzeit ist Insektenzeit! Aber wer wird schon gerne von Zecken gebissen oder von Gösn (die besonder gemeine Wiener Gelse) gestochen? Ich nicht, darum habe ich mir ein "Zecken & Gösn Garaus" Öl gerührt. Hilfe geholt habe ich mir dabei von meinem Nussbaum, denn der gilt nicht unbedingt als Insektenfreund. Die ätherischen Öle seiner Blätter und deren hoher Gehalt an Gerbstoffen sorgen auf jeden Fall dafür, dass er von Insekten gemieden wird, das kann er sich auch leisten, denn seine Bestäubung übernimmt der Wind. Dass der Nussbaum vor Insekten schützen kann wussten auch schon unsere Omas und Opas und verbrachten so lauen Sommernächte ungestört unter seiner Krone. Da ich vorhabe den Sommer auch anderswo als unterm Nussbaum zu verbringen, habe ich den Nussbaum kurzerhand ins Tiegelchen gepackt. Zusammen mit weiteren Zutaten, die auch nicht als Liebhaber von Zecken und Gösn gelten. Zutaten 50ml Kokosöl  5 Walnussblätter dazu kommen bis zu insgesamt 25 Tropfe

Nicht hysterischer Melissengeist

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Hysterie schien im 19. Jahrhundert eine weibliche Volkskrankheit gewesen zu sei. Kein Wunder, bei den damals üblichen Behandlungsmethoden sich zur Beruhigung in die vertrauensvollen Hände eines Arztes zu begeben um sich von diesem zum Orgasmus bringen zu lassen, oder sich hochoffiziell ein Gläschen "Geistiges", zu gönnen. Hierzulande landete über viele Generationen vor allem Melissengeist im Gläschen und das verwundert nicht (im Gegensatz zur ersten Methode) denn die Melisse wirkt beruhigend auf uns, an ihr zu schnuppern gleicht fast einem olfaktorischem Orgasmus: man schließt die Augen und scheint für einen kurzen Moment in einer anderen Welt fern dem Alltag zu sein. Das "Hysterie & Frauen in einem Topf" Medizin Kapitel ist zum Glück abgeschlossen, die Melisse kann uns aber auch heute noch, ganz unhysterisch, beruhigen und Gutes tun.   Die Römer haben uns die zauberhafte Melisse nach Mitteleuropa gebracht. Ihr offizieller Name lautet „Melissa offic

Holla, die Waldfee! Sirupzeit!

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Holla die Waldfee, es ist schon wieder Sirup Hochsaison!  Über die vielgeschätzte Frau Holla gäbe es viel zu sagen, heute beschränke ich mich aber auf einen kulinarischen Hochgenuss, denn die für mich schönste Form ihren Zauber einzufangen, ist in Form eines Sirupes. Und weil ich immer wieder gefragt werde, warum mein Holundersirup so besonders gut schmeckt, verrate ich euch heute mein Geheimnis. Für Holundersirup verwendet man die im Mai und Juni erblühten weißen Dolden des schwarzen Holunderstrauches (Sambucus nigra) hierzulande auch "Holler" genannt, der vielerorts in Gärten oder am Waldesrand wächst. Bei mir wächst der Holunder endlich wieder im Garten, nachdem ich dafür gesorgt habe, dass ihm niemand mehr zu Leibe rückt. Frau Holla freut sich darüber und schenkt mir dafür ihre schönsten Blüten die ich vorsichtig an einem trockenen und sonnigen Tag pflücke. Ich achte dabei darauf, die Dolden möglichst wenig zu schütteln, damit nicht zuviel von dem köst