Dienstag, 4. April 2017

Be a bee! Der Löwenzahn ist da!

"Im Frühling verzaubert der Löwenzahn ganze Wiesen in einen goldenen Teppich, und im Herbst verwandelt er sich zu einem Nebel aus fliegenden Früchten, die der Wind in sanften Wirbeln zu den fernen blauen Hügeln trägt. " (Maurice Messegué)


Noch ist es kein goldener Teppich, aber zumindest habe ich heute die erste Löwenzahn Blüte im Garten entdeckt. Der Löwenzahn ist uns so vertraut, selbst nicht Naturfreunde erkennen ihn meist problemlos, dass er schon wieder zu gewöhnlich ist.
Die von Kindern geliebte Pusteblume ist außerdem vielen ein Graus im englischen Rasen, dabei hat der Löwenzahn viele Vorzüge, er kann sozusagen von Kopf bis Fuß genutzt werden. Die Blüten verwende ich am liebsten um Löwenzahn Honig selber zu machen, dazu gibt es weiter unten mein Rezept.

Die Blüten und Blätter können aber auch als Tee getrunken werden oder äußerlich als hautreinigendes Beauty Elixier verwendet werden. Die Wurzeln können zu "Kaffee" gemahlen werden, die Knospen pikant eingelegt werden und die zarten, jungen Blätter im Frühling sind nicht nur in der Steiermark mit viel Kernöl gerne als "Röhrlsalat" auf dem Teller gesehen.
Für Kauf Salat Liebhaber allerdings geschmacklich etwas gewöhnungsbedürftig, da hier keine Bitterstoffe weggezüchtet wurden, aber das ist schon gut so. Denn Bitterstoffe regen die Verdauung an, die Säfte fließen spürbar bereits im Mund. Und ein altes Sprichwort sagt "Was bitter im Mund, macht den Magen gesund!"

Es fließt auch anderswo, laut Volksheilkunde besitzt der Löwenzahn große Entgiftungskraft, die uns beim innerlichen Frühjahrsputz natürlich sehr gelegen kommt, er bringt unsere Säfte zum Fließen, was sich positiv auf Leber und Galle auswirkt.
Wer schon mal Löwenzahn zu sich genommen hat, weiß dass er
harntreibend ist, nicht umsonst hat der Löwenzahn so charmante Beihnahme wie "Brunzblume" oder wohlklingender auf französisch "Pissenlit" was auch nichts anderes bedeutet als ins Bett zu pissen. Darum besser nicht mit dem Tee trinken übertreiben, sonst treibts. Besonders an ihm ist dabei aber, dass er trotz erhöhter Pipi- Tätigkeit, dank seines eignen Kalimugehalts, gleichzeitig Kaliumverluste ausgleichen kann. Außerdem enthält er Kieselsäure, besonders viel Vitamin A und C, Natrium, Phosphor, Eisen, Mangan, Zink um die wichtigsten zu nennen.
Die Nährstoffe holt er mit seinen dicken, unkaputtbare Wurzeln aus dem Boden, diese lockern dabei ganz nebenbei das Erdreich und werden auch von jungen Regenwürmern kulinarisch sehr geschätzt. Das freut das Gärtnerherz!

Auch die ebenso geschätzten Bienen lieben die Blüten dieser früher im Volksmund genannten "Sonnenblume"(bevor ihre große "Schwester" nach Europa kam.)
Ob der Name daher kam, dass die Blüte selbst wie eine kleine Sonne aussieht oder sich das Köpfchen nur an sonnigen Tagen öffnet, und der Lowenzahn daher auch als "Wetteranzeiger" gilt, kann jeder für sich selbst interpretieren. Meist blüht er nur für einen Tag und nur dann, wenn der Tag weniger als 12 Sonnenstunden hat. Daher sieht man den Löwenzahn nur im Frühling und im Herbst auf unseren Wiesen oder sogar in Asphaltritzen in der Großstadt scheint er sich recht wohl zu fühlen.
Er hat es nämlich auch gerne stickstoffreich, da tritt er besonders zahlreich auf, daher besser nicht am Wegesrand neben Feldern pflücken wo Dünger oder Hundepipi im Spiel sein könnten!
Seine beste und schmackhafteste Zeit für die oberen Pflanzenteile ist auf jeden Fall der Frühling, im Herbst hingegen ist die bessere Erntezeit für die Wurzeln. Seine Blätter können übrigens je nach Standort rund oder "gezahnt" sein, woher auch sein Name kommt.


Lange dauerts jetzt bestimmt nicht mehr, bis die Wiesen mit Löwenzahn übersäht sind und ihr mal selbst Biene spielen könnt um euren eigenen Löwenzahn Honig einzukochen. Der lässt ich besonders gut verwenden um Getränke zu süßen, schmeckt in Palatschinken, aufs Brot oder im Salatdressing und ist natürlich eine tolle Alternative für Veganer.



Zutaten

  • 7 Handvoll frische Löwenzahn Blüten
  • 1 Liter Wasser
  • 1 kg Zucker
  • 1/2 Bio Zitrone - Saft und Schale

Zubereitung
  1. Löwenzahnblüten in einen Topf geben und mit Wasser aufgießen
  2. Zugedeckt ca. 2h ziehen lassen
  3. Wasser aufkochen, vom Herd nehmen und Mischung über Nacht ziehen lassen
  4. Am nächsten Tag die Löwenzahnblüten abfiltern
  5. 1kg Zucker sowie Saft und Abrieb einer halben Zitrone zugeben
  6. unter Rühren zum Kochen bringen
  7. kurz kochen und anschliessend auf kleiner Flamme vor sich hin simmern lassen
  8. einkochen, bis die Masse Fäden zieht (dauert je nach Temperatur einige Stunden)
  9. Gelierprobe wie beim marmelade einkochen machen: dafür eine kleine Menge auf Teller auskühlen lassen um zu sehen wie fest die Masse ist, idealerweise zäh wie Honig, dann ist er fertig (Der Honig kristallisiert aber im Laufer der Zeit bereits abgefüllt in den Gläsern aus und wird dicker.) Bei Bedarf nochmal weiter einkochen
  10. Noch heiß in saubere, ausgekochte Gläser abfüllen und beschriften

    Haltbarkeit: 2 Jahre, geöffnet: 6 Monate

    Hinweis:
    Die zur Verfügung gestellten Rezepte enthalten keine künstliche Konservierung. 
    Die Haltbarkeit ergibt sich aus den verwendeten Zutaten. Verwende nur absolut frische Zutaten und achte auf das MHD!
    Arbeite so sauber wie möglich, dann hast du auch lange Freude an deinem Produkt. D.h. wasche deine Hände gründlich, säubere alle Arbeitsgeräte und Gefäße (am besten auskochen und mit 70% Alkohol aussprühen) und verwende für die Entnahme saubere Löffel oder Spatel. Lagere dein Produkt kühl und lichtgeschützt.

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