Donnerstag, 2. April 2015

Gründonnerstags Süppchen

Die Gründonnerstagssuppe, auch unter "Neun Kräuter Suppe" bekannt, kommt -tata Überraschung- traditionell heute am Gründonnerstag auf den Tisch.

Ihr Ursprung ist aber, wie so oft, gar nicht christlich sondern von einem heidnischen Brauch abgekupfert:
diese begrüßten zur Frühlings-Tag- und Nachtgleiche das Auferstehen der Natur und die zunehmende Kraft der Sonne mit Ritualen, Tänzen, Frühlingsfeuern (heute Osterfeuer) und speziellen Speisen. Dabei durfte auch die "Neun Kräuter Suppe" nicht fehlen.


Die ersten Frühlings Kräuter sollen den Körper nach einem langen Winter entschlacken, neue Kraft geben und somit die Frühjahrsmüdigkeit vertreiben. Neun Kräuter werden gewählt, da die "Neun" als heilige und magische Zahl gilt, wobei nicht genau festgelegt ist, welche Kräuter es sein müssen. Das hängt davon ab, was die Natur regional gerade zu bieten hat und wie weit das Wachstum in der Natur schon fortgeschritten ist. Und wann natürlich Ostern ist.

Wildkräuter wachsen, wie der Name schon sagt, wild und natürlich und sind (sofern nicht in Feldnähe) nicht mit Dünger oder Pflanzenschutzmitteln verunreinigt. Sie schmecken nicht nur kräftiger sondern enthalten auch, im Vergleich zu Kulturpflanzen, wesentlich mehr Vitamine, Mineralstoffe, Bitterstoffe, Schleimstoffe, Ballaststoffe, pflanzlichen Enzyme, Chlorophyll, ätherischen Öle,... die sich positiv auf den menschlichen Organismus auswirken. Wichtig beim Pflücken von Wildkräutern ist es nur saubere und gesunde Pflanzen fernab von Strassen zu pflücken und dabei immer darauf zu achten, den Bestand nicht zu zerstören. Am besten ist, wenn man nachher nicht sieht, dass ihr euch im Feinkostladen Natur bedient habt.


Mögliche Wildräuter für die Gründonnerstagssuppe sind:

  • Giersch
  • Brennessel
  • Brunnenkresse
  • Vogelmiere
  • Löwenzahn
  • Bärlauch
  • Knoblauchrauke
  • Gundermann
  • Scharbockskraut
  • Taubnessel
  • wilder Schnittlauch


Für mein Süppchen habe ich gefunden: Veilchen, Primel, Gänseblümchen, Scharbockskraut, Giersch, Vogelmiere, Taubnessel, Löwenzahn, Bärlauch und Brennessel

Nicht nur zur Deko sondern auch aufgrund ihrer positiven Inhaltsstoffe können auch Blüten vom Gänseblümchen, März Veilchen oder Primeln zum Einsatz kommen. Wichtig: bitte bei allen angeführten Kräutern vor dem Pflücken informieren, ob diese in deiner Region vielleicht unter Naturschutz stehen!

Wer sich nicht gut mit Wildkräutern auskennt und nichts falsch machen möchte oder nicht die Möglichkeit zum Sammeln hat, kann für sein Süppchen auch auf kultivierte Kräuter wie z.B. Petersilie, Schnittlauch, Dill, Bärlauch, Liebstöckel, Thymian oder Salbei zurückgreifen. Als Faustregel nimmt man eine Handvoll pro Kraut, sehr intensive Kräuter werden sparsamer dosiert.

Zutaten (4 Personen)
  • pro Sorte ca. 1 Handvoll Frühlings- Wildkräuter
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 große Kartoffel
  • 750ml traditionell nur Wasser sonst Gemüsebrühe
  • Olivenöl
  • Salz, Pfeffer
  • etwas geriebene Muskatnuss

Zubereitung
  1. Die Zwiebel fein würfeln
  2. Die Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden
  3. Etwas Olivenöl in einem Topf erhitzen und Zwiebelwürfel goldbraun anschwitzen
  4. Kartoffelwürfel zufügen und kurz mit anschwitzen
  5. Mit Gemüsebrühe aufgießen, aufkochen lassen und auf niedriger Stufe ca. 10 Minuten leicht köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind, dabei gelegentlich rühren.
  6. Kräuter fein hacken (um möglichst viele Inhaltsstoffe zu erhalten) zugeben und kurz mitköcheln
  7. Topf vom Herd nehmen und die Suppe mit dem Pürierstab cremig pürieren.
  8. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken und mit frischen Blüten garnieren.



Auch wenn das Wetter derzeit nicht so frühlingshaft ist, wünsche ich euch viel Spaß beim Kräutersammeln und guten Appetit!
Frohe Ostern ihr Lieben!