Montag, 22. Dezember 2014

Räuchern in den Rauhnächten & DIY Räucherbündel


Ich hoffe ihr habt die erste Rauhnacht bereits gut verbracht, ich habe schon einige Seiten in meinem Rauhnachtsbuch gefüllt. Wie im letzten Post über die Rauhnächte angekündigt, möchte ich euch noch ein ganz besonderes "Werkzeug" für die Rauhnächte zeigen: ein DIY Räucherbündel das ihr schnell selber machen könnt und das ich persönlich gerne zur Silvester- Reinigung verwende. Zuvor aber noch ein paar Infos zum Räuchern.

Ursprung und Wirkung des Räucherns

Das Räuchern ist fast so alt wie Menschheit selbst, oder zumindest so alt wie die Entdeckung des Feuers. Es gibt kein Volk auf dieser Welt wo nicht geräuchert wurde und diese Traditionen auch heute noch teilweise bestehen.

Beim Verbrennen von Pflanzen lösen sich die eingeschlossenen Duftmoleküle und können so freigesetzt über den Atem in den Körper gelangen und geben ihre Botschaft direkt auf den ältesten Teil unseres Gehirnes weiter: das Stammhirn (wo unsere Instinkte und Erfahrungen gespeichert sind) und auf das limbische System (wo unsere Gefühlswahrnehmung stattfindet).

Das können wir auf feinstofflicher Ebene nutzen, um "in Stimmung zu kommen". Wir treten dabei in Kontakt mit unserer inneren Wahrnehmung und können uns somit besser mit kosmischer Energie verbinden.  Darum wurde seit jeher das Räuchern für prophetische Träume, Weissagungen und zum Orakeln oder als  Verbindung zu den Göttern genutzt.

Räuchern gehört auch zu den ältesten Heilanwendungen der Menschheit, dient aber auch im Liebesleben als  Verführungsmittel sowie für Fruchtbarkeitsrituale. Unsere Vorfahren räucherten außerdem an bestimmten Tagen z.B. zu Neu- oder Vollmond oder an wichtigen Ereignissen wie Geburt, Hochzeit oder Tod oder bei wichtigen Jahresfesten wie z.B. in den Rauhnächten in denen ganz besonders gerne reinigend geräuchert wurde um das Alte Jahr loszulassen und Platz für Neues zu schaffen.
Auch heute sind Menschen von Feuer und Rauch noch immer fasziniertund man räuchert heute vorwiegend um Räume, Personen und Gegenstände zu reinigen, zur Beruhigung, Entspannung und Erdung, als Begleitung für Mediation und Gebete oder um Rituale zu begleiten. 

Was wird geräuchert? 
Oft verwendet man der Einfachheit halber fertige Räucherstäbchen. Es eignen sich aber grundsätzlich fast alle Pflanzenteile  (Blüten, Blätter, Samen, Holzstückchen, Rinden, Wurzeln, Harze) die man intuitiv wählen und räuchern kann um so ihren Pflanzengeist freizusetzen. Zu den wichtigsten "Rauhnachtspflanzen" gehören Beifuß, Salbei und natürlich Weihrauch.

  • Salbei: erdet, klärt und reinigt,  fördert geistige Klarheit, tröstet, stärkt, fördert Aufnahme (Vorsicht Epileptiker+  Schwangere!) Gibts wo? z.B. Bioladen, Drogerie, Esoterikladen und natürlich im Garten ;)
  • Weihrauch (Olibanum, Harz): fördert geistige Visionen, verstärkt Energien, Kreativität, stimmungsaufhellend, für Schutzräucherungen. Gibts wo? z.B. Esoterikladen, vor Weihnachten auch oft in Drogerien
  • Beifuß: fördert Kontakt zu Unterbewusstsein, für Schutzräucherungen, um Konzentration auf das Wesentliche zu fokusieren, um das Alte hinter sich zu lassen, entspannend. Eine der wichtigsten Räucherpflanzen überhaupt. Beifuß sollte man in jeder Apotheke zumindest auf Bestellung bekommen. Oder natürlich in Esoterikläden. Wer Zugang zur Natur hat, kann Beifuß auch im Winter fast überall finden. Er wächst meistens am Wegesrand, auf Bahndämmen oder Geröll und kann bis zu 2m hoch werden, wenn man ihn einmal kennt, ist er kaum zu übersehen. Bei mir wächst er auch im Garten.

Beifuß aus dem Garten

Zum Räuchern kann man das Räucherwerk lose auf eine Kohle oder in einem Räuchergefäß verbrennen, ich verwende aber auch gerne ein Räucherbündel das man ganz einfach selbst herstellen kann.












DIY Räucherbündel 

Ihr braucht dafür:
  • reißfester Faden aus Baumwolle oder Naturbast
  • Gut 1 Hand voll Zweige/ Blätter von Räucherkräutern Beifuß und Salbeiblätter. Sie sollten nicht zu trocken sein, sonst bröselt es zu sehr
  • Schere













So wird´s gemacht:
Mehrere Stängel Beifuß zu einem Bündel zusammenfassen.
Die Salbei bzw. größere Blätter um das Bündel drum rum drappieren.
Das Bündel mit einem Faden umwickeln: einmal spiralförmig zur Spitze des Bündels und wieder zurück, sodass sich die Fäden überkreuzen. Den Faden am Ende fest mehrfach drumwickeln und gut verknoten.
Wenn nötig kann man das Bündel kopfüber zum Trocknen aufhängen.

Zum Räuchern das Bündel an der Spitze anzünden, die Flamme auswedeln, sodass das Bündel nicht mehr brennt, sondern nur noch glüht und raucht. (Beifuß und Salbei glimmen hervorragend von ganz alleine.) Das glühende Bündel dabei über ein feuerfestes Gefäß halten, damit evtl. abfallende Glutteile aufgefangen werden. Das Bündel kann man auch mehrfach verwenden. Wenn man es löschen will, einfach in Sand stecken oder die Glut abschneiden.

 

Wie man räuchert
Gleich vorweg: es gibt beim Räuchern nicht unbedingt ein Richtig oder Falsch. Wichtig ist, sich Zeit zu nehmen, ungestört und positiv eingestellt zu sein, sich intuitiv leiten zu lassen und immer "für" etwas zu räuchern statt "gegen etwas".
Bei jeder Räucherung sollte man seine Absicht klar formulieren ob man z.B. reinigend räuchern möchte, um etwas loszulassen, um etwas anzuziehen,... und diese Absicht in Gedanken oder Worten zu manifestieren.

Räuchern in Räumen
Man spürt sofort, wenn wo „dicke Luft“ herrscht, sei es durch Altlasten eines Raumes oder Gebäudes, weil eine Person Energien dagelassen hat, weil gestritten wurde, nach Krankheit oder Tod  oder weil viele Menschen an einem Ort zusammen kommen.
Darum sollte man spätestens zu Jahresende seine Wohnräume durch eine
Räucherung reinigen, und dafür ist das Salbei- Beifuß Bündel genau das richtige.

Um eine Wohnung reinigend zu räuchern geht man mit dem Räucherbündel von der Eingangstüre  ausgehend gegen den Uhrzeigersinn (wirkt auflösend) durch die Räume. Man geht damit alle Wände und Ecken entlang und bewegt die Hand immer wieder über das Bündel vom Rauminneren nach außen. Damit streicht man alles aus dem Raum, was nicht dorthin gehört und verabschiedet
sich in Dankbarkeit und  Liebe von allem, was sich entfernen soll und nicht mehr benötigt wird. Danach unbedingt lüften, damit das Alte abziehen kann.
Im Anschluss an eine Reingungsräucherung sollte auch stets eine aufbauende Schutzräucherung  durchgeführt werden.
Dafür kannst man am besten Weihrauch aber auch aus der Küche Rosmarin oder Loorbeer verwenden die man in einer geeigneten Räucherschale verwenden kann. 
Im Notfall kann man auch eine Kaffeetasse nehmen in die man ein Teelicht stellt. (Auf genug Luftzufuhr achten, sonst geht de Flamme aus)
Darüber kommt ein Alusieb über das man ein Stück Alufolie wickelt. Darin können die Kräuter aufgelegt und über dem Teelicht verbrannt kann.



Um stärkend zu räuchern geht man wieder von der Eingangstüre weg, bei
geschlossenen Fenstern durch alle Zimmer zurück, diesmal im Uhrzeigersinn, in der Richtung in der etwas zunimmt und wächst um die Räume mit Licht und Liebe zu füllen. Man bewegt die Hand immer noch von links nach rechts über das Räucherwerk, in die Raummitte hinein. Man kann dabei in Gedanken alles einladen, was man sich wünscht. Wieder bei der Eingangstüre angelangt bedankt man sich und kann somit sein Ritual abschließen.


Ich wünsche euch wundervolle Rauhnächte und eine magische Zeit! Hex! Hex!