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Räuchern in den Rauhnächten & DIY Räucherbündel

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Ich hoffe ihr habt die erste Rauhnacht bereits gut verbracht, ich habe schon einige Seiten in meinem Rauhnachtsbuch gefüllt. Wie im letzten Post über die Rauhnächte angekündigt, möchte ich euch noch ein ganz besonderes "Werkzeug" für die Rauhnächte zeigen: ein DIY Räucherbündel das ihr schnell selber machen könnt und das ich persönlich gerne zur Silvester- Reinigung verwende. Zuvor aber noch ein paar Infos zum Räuchern.


Ursprung und Wirkung des Räucherns
Das Räuchern ist fast so alt wie Menschheit selbst, oder zumindest so alt wie die Entdeckung des Feuers. Es gibt kein Volk auf dieser Welt wo nicht geräuchert wurde und diese Traditionen auch heute noch teilweise bestehen.

Beim Verbrennen von Pflanzen lösen sich die eingeschlossenen Duftmoleküle und können so freigesetzt über den Atem in den Körper gelangen und geben ihre Botschaft direkt auf den ältesten Teil unseres Gehirnes weiter: das Stammhirn (wo unsere Instinkte und Erfahrungen gespeichert sind) und auf das limbische Sy…

Heute kommt der Nikolo, oder doch der Fliegenpilz?

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Heute kommt der Nikolo! 🍄🎅🍄 

Das mit der Herkunft vom Nikolo ist nicht so einfach und erinnert ein bisschen an die Löwinger Bühne mit 1000 Darstellern und großer Verwirrung. Als Kind habe ich mich gefragt, ob der Nikolo nicht eh auch der Weihnachtsmann ist, oder ob im Kostümverleih im Dezember nur "Rauschebart weiß mit Jutesack" verfügbar ist.

Der ursprüngliche Nikolo soll ja der Bischof von Myra in Anatolien aus dem 4. Jhdt. sein.

Vielleicht ist er aber eigentlich Wodan(Odin), der Göttervater, Krieger und Magier. Der Legende nach ritt er hoch zu acht- beinigem Ross "Sleipnir" in den Lüften mit seinem Speer,  Rauschebart, spitzem Hut, eingehüllt in seinen (oft rot dargestellten) Mantel und vertrieb die Dunkelheit.
Ihm zu Ehren (und als Futter für das Ross) hat man angeblich auch vor unserem Nikolo zu dieser Jahreszeit Schuhe mit Äpfeln und Nüssen als Dank und Zeichen der Fruchtbarkeit bereitgestellt, hat sich dafür aber eine Belohnung erwartet.

In Thüri…

Wilde Hildes Nervenkekse nach Originalrezept

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Mein alter Ego die "wilde Hilde" ist wieder in Erscheinung getreten und hat uns leckere Keks'chen mitgebracht, die sie zwar mit "steinhart und schmecken nicht" bezeichnet, die es aber in sich haben.


Denn Hildegard von Bingen hinterließ uns eigentlich kein Rezept für saftige und buttrig-süße Nascherei, wie wir die modern interpretierten Hildegard Nerven Kekse kennen, sondern viel mehr ein Heilmittel.
Die Teigstücken, auch Tortellos genannt, bestanden lediglich aus der Trägersubstanz Mehl, etwas Wasser und darin eingearbeiteten Wirkstoffen in Form von Gewürzen.
Diese Teigstückchen wurden wie Arznei verwendet, man lutschte daran wie an einem Zuckerl. Durch das Einspeicheln und das lange Verweilen im Mund können die Gewürze, in diesem Fall wärmende Muskatnuss, Zimt und Gewürznelken, dann bereits langsam über die Mundschleimhaut aufgenommen werden.

Über die Muskatnuss schreibt sie: "Sie beruhigt jede Bitterkeit deines Herzens und Gemüts, öffnet dein He…

Ist das Barbarazweigerl eigentlich ein antikes Sexspielzeug?

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Heute schneidet man ein Zweigerl mit Blütenknospen von einem Obstbaum ab und steckt es ins Wasser. Wenn es am 24. zu blühen beginnt, bedeutet das viel Glück im neuen Jahr. Je nach regionalem Volksglauben kündigen die Blüten auch eine Hochzeit oder eine gute Ernte an und stehen symbolisch für neues Leben.



Der Brauch geht vermutlich auf die vorchristlichen "Lebensruten" zurück. Man strich damit über den Körper von Mensch und Tier um die Vitalität der Pflanze zu übertragen und die Fruchtbarkeit zu fördern. Von zart bis hart war da wahrscheinlich alles dabei und könnte somit bestimmt auch der Luststeigerung unserer Ahnen gedient haben. Wer Brennnesseln als antikes Sexspielzeug auf seinen Genitalien verwendet hat (true Story!) wird sich vor der Rute auch nicht mehr gefürchtet haben.
Auch die Krampus Rute und die berüchtigten Perchtenläufe im Alpenraum stehen damit im Zusammenhang. In slawischen und skandinavischen Ländern ist es teilweise auch heute noch üblich, sich …

Zauberhafte Weihnachtspflanze Beifuß

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Der Beifuß (Artemisia vulgaris), eine der ältesten und zauberhaftesten Pflanzen für die Weihnachtszeit, ist heute schon fast in Vergessenheit geraten, dabei war er einst ein Superstar.


Er ist eines der ältesten Heilkräuter, man kann seine Verwendung bis in die Steinzeit zurück verfolgen. Er galt einst sogar als die „Mutter aller Kräuter“ und wird auch im angelsächsischen Kräutersegen aus dem 9. oder 10. Jhdt. gehuldigt:

„Erinnere du dich, Muegwyrt*, was du verkündest.
Was du anordnest in feierlicher Kundgebung.
Una heißt du, das älteste der Kräuter!
Du hast Macht gegen drei und gegen dreißig.
Du hast Macht gegen Gift und Ansteckung.
Du hast Macht gegen das Übel, das über das Land dahinfährt.“

*"Muegwyrt" (= Beifuß) bedeutet "Machtwurz", auch der englischer Name "mugwort" erinnert noch daran.

Neben seinen Superkräften, vor allem als Frauenpflanze oder für Fruchtbarkeitsrituale, haben unsere Ahnen auch seine subtile Wirkung als Räucherpflanze geschätzt.

Zumind…

Sexy Massage Butter mit Quitte und Tonkabohne

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Heute habe ich eine Geschenkidee mit einem aufregenden Duo im Angebot : die Quitte & die Tonkabohne die sich als zart schmelzende Massagebutter für kuschelige Wintertage präsentieren, um dir Gutes zu tun, oder auch um deine Liebsten damit zu beschenken. Die pelzige und steinharte Quitte wirkt auf den ersten Blick zwar nicht besonders sexy aber auf den zweiten Blick kann man sich doch in sie verlieben.  Der Vergleich mit Äpfeln und Birnen ist hierbei erwünscht: das Rosengewächs lässt sich optisch und geschmacklich durchaus mit beiden vergleichen. Früher hat man die Quitte auch Venusapfel genannt und damit ist auch schon alles gesagt: sie wirkt lustfördernd und galt seit jeher als Symbol der Liebe und Fruchtbarkeit.  Der verführerische Duft betörte nicht nur im Orient, die Griechen haben sie vielleicht genau deswegen nach Europa gebracht und wahrscheinlich nicht nur die Römer legten Quitten ins Schlafgemach um ihre Angebeteten zu verführen.

Damit ihr euch nicht auf harten …

Gedanken zum 1. Advent

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Heute ist der 1. Dezember, die Adventzeit startet und gleichzeitig ist auch schon der erste Adventsonntagm heute zünden wir dir erste Kerze am Adventkranz an.

Der Adventkranz wie wir ihn heute kennen geht auf den evangelischen Theologen Johann Hinrich Wichern zurück, der in einem Knabenheim in Hamburg ab 1838 anfangs 19 kleine rote Kerzen für Werktage und 4 dicke weiße Kerzen für die Sonntage auf einem Wagenrad aufgestellt hatte, um den Kindern so die Zeit bis zum Weihnachtsfest symbolisch darzustellen. Aus diesem ging später der geschmückten Kranz mit 4 Kerzen hervor.

Die Adventzeit (lat. Adventus= die Ankunft) selbst besteht seit dem 6 Jhdt. als Papst Gregor vier Adventsonntage bis zum Weihnachtsfest einheitlich festlegte. Die Adventzeit bestand aber schon zuvor in der römischen Kirche die wiederum auf unseren heidnischen Ahnen beruht. Das Weihnachtsfest war für diese ursprünglich ein Fest zur Wintersonnenwende, man feierte die Wiedergeburt der Sonne die uns damit wieder…

dancing leaves

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Habt ihr im Kindergarten früher auch zum Martins Umzug Laternen gebastelt?
Einmal haben wir eine Gans aus Pappmache gemacht und ein anderes mal Gurkengläser mit Blättern beklebt. Da mir mein Ahornbaum im Garten noch reichlich wunderschöne Blätter schenkt, die ich jedes Jahr aufs Neue in irgendeiner Form einfangen möchte, ist mir diese alte Bastelei wieder eingefallen. Und die ist nicht nur stimmungsvoll sondern auch wirklich kinderleicht nachzumachen.


Ihr benötigt:
Einmachglas oder Weckglas oder eine Glasvase oder ein Kerzenständer aus Glaseinige echte Blätter eurere Wahlwasserlöslicher und durchsichtiger Bastelkleber oder Kleber für Serviettentechnikein paar Gummiringerl oder eine SchnurTeelicht
Und so wird´s gemacht:
euer Gefäß gut reinigen, die Außenfläche am besten mit etwas Alkohol oder Glasreiniger entfettenharte Stiele von den Blättern abzwickendie Blätter mit ausreichend Kleber einstreichen, dabei auch gut auf die Ränder achtenauf euer Glas kleben und trocknen lassenwährend dem …