Freitag, 20. April 2018

Kulinarisches für Laubfresser

Ich bin bekennende Laubfresserin und liebe Laub auf dem Teller.
JETZT ist der ideale Zeitpunkt dafür, die Baumblätter sind derzeit noch zart und sehr mild im Geschmack, und sind vollgepackt mit Vitaminen und Mineralstoffen. Und das wie immer völlig for free, wild gewachsen und frischer als frisch.
Man kann sie direkt vom Baum naschen, Einsteigern empfehle ich mit Birke, Linde oder auch mit dem Ahorn anzufangen.

Ahornbäume haben keine großartige mythologische Bedeuung waren aber seit jeher als Speisebaum sehr beliebt. Der Feldahorn wurde früher u.a. auch "Massholder" genannt, "Maß" war die Bezeichnung für Speise und wurde erst viel später abwertend für "Mast" für Tierfutter verwendet.
Die Blätter wurden früher vor allem fermentiert und wie Sauerkraut vergoren.

Ich esse die jungen (Spitz)Ahornblätter am Liebsten im Salat oder, etwas aufwändiger aber ein kulinarischer Traum, mit Wildkräuter Reis gefüllt und das geht so:

Zutaten
  • Als Antipasti für 4 Personen nehme ich ca. 20 Handtellergroße Ahorn Blätter (Bitte immer achtsam von verschiedenen Stellen pflücken!)
  • eine halbe Tasse Reis (klebrig soll er sein wie z.B. Risotto Reis)
  • ein Büschel voll Wildkräuter, ideal sind z.B. Bärlauch, Giersch, Schafgarbe, Gundermann
  • eine kleine Zwiebel 
  • etwas Olivenöl 
Sieht doch fast aus wie ein Brautstrauss, oder?



 Zubereitung 
  1. Reis nach Anleitung in Salzwasser kochen
  2. Zwiebel würfelig schneiden und in  etwas Olivenöl glasig anbraten
  3. Wildkräuter sehr fein hacken
  4. Wenn der Reis fertig gekocht ist Zwiebel und Wildkräuter zugeben und gut durchmischen
  5. Die Ahornblätter in einem tiefen Teller mit heißem Wasser übergießen, das macht sie flexibel und klebrig
  6. auf jedem Ahornblatt einen TL Reis mittig  platzieren und einwickeln
  7. die kleinen Päckchen in eine ofenfesten Form schlichten
  8. etwas Olivenöl und Wasser drüber gießen und dann ab ins Backrohr und bei 200 Grad ca. 10-15 Minuten bei Ober/Unterhitze backen bis die Blätter eine leichte braune Farbe annehmen.
  9. und dann haps in den Mund und weg ;)
 


Traut euch aber lasst euch nicht zu lange Zeit mit dem Probieren denn je älter die Blätter umso zäher und herber werden sie! Mahlzeit!


Mittwoch, 18. April 2018

Sonnenschein und Löwenzahn Cheese Cake im Glas


Hurra, der Löwenzahn ist wieder da!
Die gelbe Blütenpracht erfreut mein Herz
einfach jedes Jahr aufs Neue und ich möchte ihn mit allen Sinnen aufnehmen, darum gibt es heute auch ein lecker schmecker Rezept um diesen kleinen Sonneschein nicht nur visuell sondern auch geschmacklich auf dem Teller, oder besser gesagt im Glas zu genießen.

Denn Löwenzahn tut uns besonders im Frühjahr gut und ich habe ihm schon letztes Jahr ein Portrait hier auf meinem Blog gewidmet, aber wusstest du auch wie er auf unsere Seele wirkt?


Wenn man den Löwenzahn betrachtet kommt einem, natürlich zuerst sein sonniges Aussehen in den Sinn.

Ohne Zweifel gilt er als Lichtbringer der mit Zunahme der Sonnenstrahlen auf der Wiese wie hunderte kleinen Sonnen erblüht und uns im Frühling wieder Lebensfreude nach den dunklen Wintermonaten vermitteln soll.
So wie sich der Löwenzahn unübersehbar zeigt, sich öffnet und der Sonne zuwendet sollen wir es ihm gleichtun: uns zeigen, unser Herz öffnen und die Sonnenseiten des Lebens in den Vordergrund stellen.
Was natürlich auch besonders am Löwenzahn auffällt ist seine Wandlung zur "Pusteblume" (W.D. Storl bezeichnet es sogar als Metamorphose zur Kristallkugel) die uns noch mehr Leichtigkeit und Beweglichkeit vermitteln soll und uns dazu animieren soll alte, erstarrte Mustern loszulassen.

Mut haben zur Veränderung, neuen Gedanken, neuem Verhalten,
Seine gelbe Farbe und der bittere Geschmack steht in der Signaturlehre auch für die Leber und Galle. Die Leber gilt auch als Sitz der Wut und sowohl in körperlicher als auch seelischer Hinsicht ist der Löwenzahn imstande die Säfte zum fließen zu bringen und uns gründlich "durchzuspülen" um Bitterkeiten wie Wut, Ärger, Groll und Härte aufzulösen und in Liebe und Mitgefühl zu verwandeln.

Für uns auf den ersten Blick nicht sichtbar ist der Löwenzahn unter der Erde mit kräftigen Wurzeln ausgestattet.

Gärtner die ihn nicht mögen wissen ein Lied davon zu singen, dass er nicht totzubekommen ist, selbst aus kleinen Wurzelstücken wieder zu neuem Leben erwacht, keine besonderen Ansprüche an den Boden stellt und sich sogar in Betonritzen sehr wohl zu fühlen scheint.
"Alles ist gut so wie es ist" scheint er zu denken. Diese Gedanken können wir von ihm übernehmen, versuchen selbst starke Wurzeln zu schlagen um in jeder Situation unsere Kraft aus der Tiefe hervorholen zu können.

So, genug geredet, ihr seid bestimmt wegen dem Rezept hier aber ein bisschen Werbung für diese zauberhafte Pflanzen musste einfach sein.
Das Rezept ist so wie ich Cheesecake am Liebsten mache: einfach und ohne backen, darum wird er auch im Glas gemacht und nur kalt gestellt. Auf die Idee Löwenzahnblüten reinzumischen kam ich durch Alexia Zöggelers Buch „Die gute Landkräuterküche“ sie mischt u.a. Brennnessel, Giersch, Taubnessel, Gundelrebe in die Masse, allerdings war mir persönlich das geschmacklich "zu grün" und zu herb.

Ich wollte es lieblicher und darum kommen bei mir nur süßliche oder neutrale Blüten in die Cheesecake Masse, derzeit bietet sich der Löwenzahn an der dem ganzen auch eine schöne appetitliche gelbe Farbe gibt.





Zutaten für 8 Portionen

Keks-Boden
  • 1 Pk Vollkornbutterkekse
  • 1TL Zimt
  • 50g Butter geschmolzen
Käsekuchen-Creme
  • 4 Handvoll Löwenzahnblüten
  • 250g Topfen
  • 200g Frischkäse
  • 250g Mascarpone
  • 150g Puderzucker
  • ½ TL Vanille
  • Abrieb einer halben Zitrone
  • Prise Salz
Außerdem

Zubereitung
  1. 8 saubere Gläser für jeweils etwa 100 ml Inhalt bereitstellen.
  2. Die Vollkornbutterkekse in einem Gefrierbeutel mit dem Nudelholz fein zerkleinern, Zimt dazugeben und alles zusammen durchschütteln. Die Butter dazugeben und einarbeiten, bis die Butter gleichmäßig verteilt ist.
  3. Die Keks-Krümel gleichmäßig auf die Gläser aufteilen und am Glasboden leicht andrücken.
  4. Löwenzahnblüten vom grünen Köpfchen mit einem Messer trennen...seeehr meditativ ;)
  5. Löwenzahnblüten zusammen mit Mascarpone fein pürieren
  6. Zusammen mit Frischkäse und Topfen, Zucker, Vanille, Zitronenabrieb, Salz zu einer cremigen Masse mixen.
  7. Die Füllung mit einem Löffel auf die Gläser aufteilen und glattrütteln.
  8. Zuletzt auf jedes Glas etwas Löwenzahnhonig und ein paar Blüten zur Deko  platzieren
  9. Die Gläser mit Frischhaltefolie abdecken und bis zum Servieren im Kühlschrank lagern. Guten Appetit!

Donnerstag, 12. April 2018

Barfuß unterwegs 👣

Es ist einfach so schön und verwurzelt mich: Barfuß gehen! 👣
Das ist mir heute wieder bewusst geworden, als ich im Garten neben meiner "Fußabdruck Wurzel" stand. 



In der Natur gehe ich am liebsten bloßhappert, Asphalt und Stadt mag ich nicht so, das fühlt sich einfach nicht gut an. Die meiste Zeit habe ich aber nun schon seit einigen Jahren keine Schuhe an und das tut richtig gut! Mich erdet es vor allem da ich so oder so am liebsten jedem Schmetterling nachfliegen würde 🦋aber es gibt noch so viele andere Vorteile!
Barfußgehen ist nicht nur eine sehr sinnliche sondern auch eine natürliche und gesunde Art des Gehens🚶
Es zwingt uns Unebenheiten im Untergrund direkt auszugleichen, das ist nicht nur ein ideales Balance- und Koordinationstraining sondern stärkt vor allem unsere Muskeln und Sehnen in Fuß und Wade. Der Fuß ist dadurch in der Lage besser wie ein Stoßdämpfer zu agieren, was wiederum Knie, Bandscheiben und Wirbel entlastet, insgesamt tritt man auch einfach sanfter auf ohne Schuhe.
Durch die erhöhte Aktivität wird auch die Durchblutung von Füßen und Beinen angeregt, was sich positiv bei Venenleiden und Krampfadern auswirken kann und auch unser Herz Kreislauf System in Schwung bringt. ❤️

Vor allem das gehen auf kalt-nassen Untergründen, wie zB das morgendliche Tautreten wirkt immunstärkend. Wasseranwendungen waren schon den Kelten bekannt und wurden später wieder durch Kneipp populär.💦
Barfuß laufen stimuliert darüber hinaus auch unsere Fußreflexzonen, das wirkt positiv auf unsere Organe.
Wer sich öfter von seinen Schuhen verabschiedet beugt natürlich auch Deformierung vor. 👠
Im Vordergrund des Barfuß gehens steht für viele, so auch für mich, aber auch das sinnliche Erlebnis: das erspüren verschiedener Untergründe und der direkte Kontakt zur Erde, das damit einhergehende Gefühl des geerdet und verbunden mit der Natur fühlen.

Ob Ballen- oder Fersengang überlass am besten deinen Füßen und wie es sich für dich besser anfühlt. 
Hast du jetzt Lust bekommen? Dann probier es einfach das nächste Mal im Wald oder auf einer weichen Wiese aus

Mittwoch, 11. April 2018

Totes Holz voller Leben

Manchmal erweckt der Wald den Eindruck, als wäre alles nur willkürlich und Ordnungsfanatiker sehen wahrscheinlich nur das Chaos und würden vielleicht gerne ein bisschen aufräumen.
Das viele tote Holz dass da rumsteht oder rumliegt...aber Halt, werfen wir einen Blick hinter die Kulissen! Denn da spielt sich so einiges ab, was uns beim Vorbeigehen oft verborgen bleibt.



Totholz ist ein wichtiger Lebensraum für Säugetiere, Vögel, Reptilien und vor allem Insekten 🐛
In unseren Breiten sind um die 1500 verschiedene Insektenarten darauf angewiesen. Manche Arten, vor allem Käfer, ernähren sich von Holz, und sorgen so für einen großen Teil der Zersetzung.
Andere wie zB einige Wildbienenarten nutzen die so geschaffenen Löcher und Gänge als Kinderstube zum Brüten. Fliegenlarven kümmern sich als Müllabfuhr unter anderem um Insektenkot.
Auch Baumschwämme die totes oder krankes Holz besiedeln, bieten eigene Penthouse Wohnungen für weitere Insektenarten und natürlich gibt es auch ein paar Räuber, für die Totholz ein leckeres "Insekten all you can eat Buffet" bietet.

Auf diesem Bild könnt ihr einen Blick Backstage werfen...so schaut ein Baum von unten aus der Sicht der Regenwürmer aus 😻

  

Ist das nicht einfach nur ein faszinierender Mikrokosmos?

Donnerstag, 29. März 2018

DIY Ostara Ostereier

Das heutige Osterfest ist dem vorchristlichen Frühlings- und Fruchtbarkeitsfest entsprungen, wie man deutlich noch an den Symbolen Ei und Hase erkennen kann. Dieses Fest war eng mit einer Vegetationsgöttin verbunden, ihr Name Ostara ist nicht belegt, dennoch steht ohne Zweifel fest, das das Fest mit einer Göttin verbunden war, wie auch immer sie hieß.

Um diese Göttin auch symbolisch am Ostertisch zu ehren, habe ich mir diese Deko ausgedacht und merke, dass der Make up / Hair Artist in mir wieder durchgekommen ist...


Wenn dir meine Ostaras gefallen kannst du sie ganz einfach nachmachen.

Du benötigst dafür:
  • hart gekochte Eier
  • getrocknete Blumen wie zB. Gänseblümchen, Kornblume, Veilchen, Rosenblüten, Ringelblume, Scharfgabe,... möglichst klein
  • flüssigen Bastelkleber 
  • Filzstifte in braun und rosa
  • Pinzette

Und so wirds gemacht:
  1. male auf die gekochten Eier mit den Filzstiften ein Gesicht auf
  2. trage flüssigen Bastelkleber in Form eines Haarkranzes auf dein Ei auf 
  3. bestücke den Haarkranz nun mit mit den getrockneten Blumen, geht einfach mit Pinzette
Das wars auch schon! Als Kleidchen dienen Eierbecher deiner Wahl.